DFB-Pokal ist das große Ziel
Von Roland Bode
Mannheim.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Diese alte Fußballweisheit gilt auch für den SV Waldhof. Nach dem 2:2 (0:1)-Remis im letzten Test gegen Oberligist FC Nöttingen gilt die volle Konzentration der Blau-Schwarzen nun dem ersten Pflichtspiel 2012. Am Samstag (15 Uhr) ist im Viertelfinale des BFV-Pokals die SpVgg Neckarelz zu Gast im Carl-Benz-Stadion. Acht Tage später (3. März/14 Uhr) geht es in der Regionalliga mit dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC II weiter.
Angreifer Amadou Rabihou setzte am Alsenweg mit seinen beiden Treffern gegen Nöttingen den Schlusspunkt in Sachen Torausbeute in der Vorbereitung. Drei Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage stehen am Ende einer Serie, in der es die Elf von Trainer Reiner Hollich überwiegend mit ambitionierten Oberligisten zu tun bekam. "Von den Ergebnissen her ist das im Großen und Ganzen in Ordnung. Zumal diese Teams meist schon länger in der Vorbereitung waren als wir. Aber vor uns liegt trotzdem noch viel Arbeit", bilanziert Hollich die zu-rückliegenden Wochen.
Krause droht Saisonende
Was den Chefcoach an den Rand der Verzweiflung treibt, ist die unverändert lange Verletztenliste. Die Hoffnung, dass sich die Situation nach der Winterpause entspannt, scheint vorerst dahin. Die Langzeitverletzten Michael Lutz und Vllaznim Dautaj können vielleicht in zwei Wochen wieder ins Training einsteigen. Carl Murphy (Muskelfaserriss) darf sich mit Blick auf Neckarelz wohl als Einziger Hoffnungen machen. Oliver Malchow (Fersenprellung) fehlt seit Tagen im Training und Kapitän Jurij Krause (Schleimbeutelentzündung) droht sogar das vorzeitige Saison-ende.
Hollich stellt sich der Situation und blickt voraus: "Was das Pokalspiel betrifft, predige ich seit Wochen, dass diesem Wettbewerb in dieser Saison die volle Konzentration gelten muss. Wir müssen gegen Neckarelz gewinnen und dann die Daumen drücken, dass wir mit etwas Glück ins Finale kommen. Der DFB-Pokal ist unser großes Ziel. Dafür kann die Endspielteilnahme sogar ausreichend sein."
In der Liga schließt der Übungsleiter nicht aus, zum gegebenen Zeitpunkt Nachwuchsspieler aus der U 23 oder U 19 einzusetzen: "Es ist ein sehr großer Unterschied, ob du in der A-Jugend-Bundesliga spielst oder bei den Aktiven in der Regionalliga. Das wird von den jungen Spielern oft unterschätzt. Ziel ist sicher, den einen oder anderen talentierten Nachwuchsfußballer diese wichtige Erfahrung sammeln zu lassen."
Für die Folgesaison müsse der Kader auf einigen Positionen aufgebessert werden. Hollich: "In der Runde 2012/13 gibt es wieder eine Abstiegsregelung. Im Vergleich zur aktuellen Situation wollen wir versuchen, eher weiter oben mitspielen zu können. Wie sich dann alles entwickelt, wird man sehen."
In einer anderen Angelegenheit ist das Präsidium des SV Waldhof tätig geworden. In einem Schreiben an den DFB appellierte Präsident Steffen Künster, die an Weihnachten ausgesprochenen 56 Stadionverbote (wir berichteten) gegen viele unbeteiligte Fans einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Die Antwort aus Frankfurt wird beim SVW heute erwartet.
Mannheimer Morgen
20. Februar 2012